Kunstrasen verzeiht vieles. Der Untergrund verzeiht nichts.
95 % aller Reklamationen bei Kunstrasen entstehen nicht durch Materialfehler, sondern durch einen falschen Unterbau, unzureichende Verdichtung oder fehlende Drainage.
Hier erfahren Sie systematisch, wie ein Kunstrasen-Untergrund aufgebaut sein muss, damit:
- keine Senken entstehen
- keine Staunässe auftritt
- Nähte dauerhaft geschlossen bleiben
- die Fläche über Jahre stabil und optisch ruhig bleibt
Grundprinzip: Das muss ein Kunstrasen-Untergrund leisten
Unabhängig vom Einsatzbereich muss jeder Untergrund vier Aufgaben erfüllen:
- Lastverteilung
→ Punktbelastungen (Gehen, Möbel, Spiel) dürfen sich nicht in den Boden drücken. - Formstabilität
→ Keine Setzungen, kein „Arbeiten“ bei Feuchtigkeit oder Frost. - Drainagefähigkeit
→ Wasser muss kontrolliert abgeleitet werden – nicht versickern, nicht stehen. - Ebenheitstoleranz
→ Abweichungen > 3–5 mm werden im Kunstrasen sichtbar.
Merksatz: Kunstrasen ist flexibel. Der Untergrund darf es nicht sein.
Untergrund im Garten: So bauen Sie die Basis für Kunstrasen richtig auf
Damit Kunstrasen im Garten dauerhaft eben liegt, keine Dellen bekommt und Regenwasser problemlos abläuft, braucht er einen stabilen Untergrund. Einfach den Kunstrasen auf die Erde zu legen, funktioniert nicht dauerhaft für eine natürlich grüne Rasenfläche.
Darum reicht Erde allein nicht
Natürlicher Boden verändert sich ständig:
- bei Regen wird er weich und quillt auf
- bei Trockenheit zieht er sich zusammen
- bei Frost hebt und senkt er sich
Wenn der Kunstrasen direkt auf der Erde liegt, entstehen früher oder später:
- Dellen und Senken
- Wellen im Rasen
- sichtbare Übergänge und offene Nähte
Deshalb braucht Kunstrasen im Garten immer einen mehrschichtigen Unterbau.
Untergrund für Kunstrasen verlegen – So geht’s
1. Erdplanum – die Fläche vorbereiten
Was ist zu tun:
- Entfernen Sie den kompletten Oberboden (Humus)
- Graben Sie so tief, dass später alle Schichten Platz haben
- Entfernen Sie:
- Gras
- Wurzeln
- Steine
- lockere Erde
Ziel:Eine feste, mineralische Erdfläche ohne weiche Stellen
Wichtig: Planen Sie ein leichtes Gefälle von 1–2 % vom Haus weg. So kann Regenwasser später ablaufen
Typischer Anfängerfehler: Humus bleibt drin → der Boden setzt sich später → der Kunstrasen sackt ab.
2. Tragschicht – das Fundament für Stabilität
Diese Schicht trägt später das Gewicht von:
- Personen
- Möbeln
- Spielgeräten
- Nutzung über Jahre
Material:
- Schotter oder Kies
- Körnung: 0/32 oder 0/45
Schichtstärke:
- normale Nutzung (Garten, Terrasse): 10–12 cm
- intensive Nutzung (Kinder, Haustiere, Spiel): ca. 15 cm
So wird es gemacht:
- Material gleichmäßig verteilen
- Mit einer Rüttelplatte verdichten
- Mehrere Durchgänge, nicht nur einmal
Warum das wichtig ist:
- verhindert spätere Setzungen
- sorgt für Drainage
- schützt vor Frostschäden
Diese Schicht entscheidet, ob Ihr Kunstrasen dauerhaft ruhig liegt.
3. Ausgleichsschicht / Sandbett – für perfekte Ebenheit
Diese Schicht sorgt dafür, dass der Kunstrasen später optisch sauber aussieht.
Material:
- Brechsand oder Pflastersand
- Körnung: 0/5
Schichtstärke:
- 3–5 cm
So gehen Sie vor:
- Sand gleichmäßig verteilen
- Mit einer Richtlatte oder langen Wasserwaage glatt abziehen
- Danach leicht verdichten (nicht stark rütteln)
Wichtig:
- Diese Schicht dient nur dem Ausgleich
- Sie darf nicht weich bleiben, aber auch nicht „totgedrückt“ werden
Zweck:
- millimetergenaue Ebenheit
- ruhige Optik ohne Wellen oder Dellen
4. Unkrautvlies – Schutzschicht unter dem Kunstrasen
Was es leistet:
- verhindert, dass Unkraut durch den Kunstrasen wächst
- schützt den Unterbau
So wird es verlegt:
- vollflächig und faltenfrei auslegen
- Bahnen ca. 10 cm überlappen
- an den Rändern sauber zuschneiden
Ganz wichtig: Unkrautvlies ersetzt keine Tragschicht. Es ist nur eine Schutzschicht – keine Stabilisierung.
Was Sie jetzt haben
Wenn Sie diese vier Schritte sauber umsetzen, haben Sie:
- einen stabilen Untergrund
- eine ebene Fläche
- funktionierende Drainage
- die perfekte Basis für das Verlegen von Kunstrasen
Erst danach wird der Kunstrasen ausgerollt, zugeschnitten und verklebt.
Untergrund auf Balkon & Terrasse – einfach erklärt
Auf dem Balkon und der Terrasse gelten andere Regeln als im Garten.
Hier trägt der Boden das Gewicht bereits. Wichtig sind hier: Ebenheit, Wasserablauf und Fixierung.
Es geht nicht darum, einen Unterbau zu bauen, sondern darum, den vorhandenen Untergrund richtig zu nutzen.
Worauf es hier wirklich ankommt
Damit der Kunstrasen auf dem Balkon oder der Terrasse dauerhaft gut liegt, müssen drei Dinge stimmen:
- Ebenheit
Der Kunstrasen liegt direkt auf dem Untergrund.
Jede Unebenheit darunter zeichnet sich später im Rasen ab. - Entwässerung
Regenwasser muss frei ablaufen können.
Abflüsse dürfen nicht verdeckt oder blockiert werden. - Fixierung
Der Kunstrasen darf sich bei Wind, Nutzung oder Temperatur nicht verschieben.
Diese Untergründe sind geeignet
Ihr Kunstrasen kann problemlos verlegt werden auf:
- Beton
- Estrich
- Fliesen
- Abdichtungen (z. B. Dachterrassen – immer mit Schutzlage)
Wann eine zusätzliche Unterlage sinnvoll ist
Eine Unterlage wird nicht immer benötigt.
Sie hilft aber, wenn:
- kleine Höhenversätze vorhanden sind
- Fugen zwischen Platten sichtbar bleiben
- eine empfindliche Abdichtung geschützt werden soll
Geeignete Unterlagen für Balkon & Terrasse
Je nach Situation kommen folgende drei Unterlagen infrage:
- Drainage-Noppenbahnen
→ schützen die Abdichtung
→ sorgen für zusätzlichen Wasserablauf - Gummigranulatmatten
→ gleichen kleine Unebenheiten aus
→ erhöhen den Gehkomfort - Ausgleichsmatten
→ für besonders saubere, ruhige Optik
Die Unterlage liegt direkt unter dem Kunstrasen, ohne Sand dazwischen.
Ganz wichtig: Kein Sandbett auf Balkon oder Terrasse
Ein häufiger Anfängerfehler ist, Sand auf Beton oder Fliesen zu verteilen.
Warum das nicht funktioniert:
- Sand bleibt feucht
- er verschiebt sich bei Nutzung
- Schmutz wird in die Wohnung getragen
- der Kunstrasen liegt nicht dauerhaft eben
Merksatz: Sand gehört in den Garten, nicht auf den Balkon.
So sieht das richtige Ergebnis aus
Wenn alles korrekt vorbereitet ist:
- liegt der Kunstrasen plan und ruhig
- läuft Regenwasser sofort ab
- bleibt die Fläche sauber
- lässt sich der Rasen leicht reinigen
- wirkt der Balkon oder die Terrasse sofort wohnlicher
Häufige Fehler beim Kunstrasen-Untergrund – und wie Sie sie vermeiden
Viele Probleme entstehen nicht sofort, sondern erst Wochen oder Monate nach der Verlegung.
Dann ist der Kunstrasen bereits verklebt oder zugeschnitten und Korrekturen sind aufwendig oder teuer.
Die folgenden Fehler sehen wir in der Praxis am häufigsten.
1. Sandbett nicht verdichtet → spätere Dellen
Was passiert:
- Der Sand liegt locker unter dem Kunstrasen
- Durch Begehen, Möbel oder Regen sackt er ungleichmäßig ab
Die Folge:
- Dellen und Mulden im Kunstrasen
- Die Fläche wirkt unruhig und „durchgetreten“
Warum das passiert:
- Der Sand wurde nur abgezogen, aber nicht verdichtet
- oder mit der Hand glattgezogen statt mit Werkzeug
So machen Sie es richtig:
- Sandbett immer nach dem Abziehen leicht verdichten
- keine grobe Rüttelplatte, sondern:
- leichte Rüttelplatte
- oder Handstampfer bei kleinen Flächen
- Ziel: fest, aber nicht hart wie Beton
2. Falsche Körnung → schlechte Drainage
Was passiert:
- Wasser kann nicht richtig abfließen
- Feuchtigkeit bleibt im Unterbau stehen
Folge:
- Staunässe unter dem Kunstrasen
- im Winter Frostschäden
- im Sommer weiche, instabile Stellen
Typischer Fehler:
- zu feiner Sand in der Tragschicht
- ungeeigneter Boden aus dem Garten wiederverwendet
So machen Sie es richtig:
- Tragschicht immer aus:
- Schotter oder Kies 0/32 oder 0/45
- Sand nur als Ausgleichsschicht (0/5)
- niemals Sand als Tragschicht einsetzen
Merksatz: Schotter trägt – Sand gleicht aus.
3. Gefälle vergessen → Wasser steht
Was passiert:
- Fläche ist zwar eben, aber komplett waagerecht
- Regenwasser sammelt sich auf oder unter dem Kunstrasen
Folge:
- Pfützen
- langsames Abtrocknen
- erhöhte Rutschgefahr
- langfristig Schäden am Unterbau
Warum das oft passiert:
- Fokus liegt nur auf Ebenheit, nicht auf Wasserführung
So machen Sie es richtig:
- bereits beim Erdplanum ein Gefälle einbauen
- 1–2 % vom Gebäude weg
- bedeutet: auf 1 Meter Länge ca. 1–2 cm Höhenunterschied
Das Gefälle sieht man nicht, aber es funktioniert.
4. Unkrautvlies als Tragschicht missverstanden
Was passiert:
- Kunstrasen wird direkt auf Vlies gelegt
- ohne stabile Schicht darunter
Folge:
- Der Boden gibt nach
- Der Kunstrasen arbeitet
- Nähte öffnen sich
- Fläche wird uneben
Warum dieser Fehler passiert:
- Vlies wird als „stabilisierend“ verstanden
- falsche Annahme aus DIY-Videos
Wichtig zu verstehen:
- Unkrautvlies:
- verhindert Pflanzenwuchs
- schützt den Unterbau
- trägt aber keine Last
So machen Sie es richtig:
- Vlies immer auf Tragschicht + Sandbett
- niemals direkt auf Erde verlegen
5. Balkon oder Terrasse mit Sand aufgebaut
Was passiert:
- Sand wird auf Beton oder Fliesen verteilt
- Kunstrasen darauf gelegt
Folge:
- Sand bleibt feucht
- verschiebt sich bei Nutzung
- Schmutz zieht in die Wohnung
- Kunstrasen liegt nicht plan
Warum das falsch ist:
- Sand braucht seitliche Begrenzung
- auf Balkon & Terrasse fehlt diese
So machen Sie es richtig:
- auf festen Untergründen:
- kein Sandbett
- stattdessen:
- saubere, ebene Oberfläche
- ggf. Ausgleichs- oder Drainagematte
- Kunstrasen sauber fixieren
Fazit: Der Untergrund ist kein Nebenpunkt – er ist das Projekt
Kunstrasen sieht nur so gut aus wie die Basis darunter.
Wenn Sie hier sauber arbeiten, bekommen Sie:
- Eine ruhige Optik
- Eine langlebige Fläche
- Minimale Pflege
- Keine bösen Überraschungen beim nächsten Unwetter
Unsicher, welcher Aufbau für Ihre Fläche richtig ist?
Jede Fläche ist anders: Boden, Nutzung, Wasser, Größe, Belastung.
Wir sagen Ihnen konkret, wie Ihr Untergrund aussehen muss, bevor Sie beginnen.
Inhaltsverzeichnis
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